Netzwerk PDprekär

Herzlich willkommen auf der Homepage des interdisziplinären Netzwerks PDprekär!

Wer wir sind

Das Netzwerk PDprekär – initiiert von PD Dr. Julia Hauser, PD Dr. Jennifer S. Henke und PD Dr. Jörg Sternagel – besteht aus Forschenden unterschiedlicher Disziplinen. 

Erste Impulse lieferten fortlaufende Diskussionen in den sozialen und etablierten Medien rund um das Thema Prekarität im Wissenschaftssystem (vgl. #95vsWissZeitVG, #IchBinHanna, #IchBinReyhan, #WissZeitVG, #WissSystemFehler etc.). 

Analog hierzu entstand 2025 der Hashtag #PDprekär mit dem Ziel, auf eine der prekärsten Gruppen in der Wissenschaft aufmerksam zu machen – den Privatdozent:innen.

Was sind Privatdozent:innen?

Privatdozentur – dieser Begriff dürfte Menschen außerhalb der Wissenschaft wenig sagen. Wir möchten auf dieser Website einen Einstieg ins Thema liefern, erläutern, was am Konzept der Privatdozentur problematisch ist, und uns für Änderungen einsetzen.

Im deutschen Wissenschaftssystem gibt es neben dem Bachelor- und Masterabschluss sowie der Promotion, mit der man den Doktor:innengrad erhält, einen vierten und höchsten akademischen Grad: die Habilitation. Es war lange Zeit nur dieser Abschluss, der es Akademiker:innen erlaubte, sich für Professuren zu qualifizieren. Durch die Habilitation kann der Titel "Privatdozent:in" (kurz: PD) erlangt werden. Diesen Titel behält man jedoch nur dann, wenn man bis zu zweimal im Jahr eine Lehrveranstaltung für die Dauer des Semesters an der eigenen oder (neuerdings) einer anderen Hochschule durchführt. Ein Recht auf Vergütung dieser Lehrtätigkeit besteht nicht. Solange man keine Professur hat, ist diese Lehre zu leisten, sonst kann der PD-Titel wieder entzogen werden und somit auch die institutionelle Anbindung an die Universität – ein deutlicher Wettbewerbsnachteil auf dem hart umkämpften Akademiker:innenmarkt. In der Regel betreuen PDs zudem Doktorand:innen, wofür die Habilitation sie qualifiziert, was aber auch bedeuten kann, dies unentgeltlich und ohne Anstellung zu tun.


Aufgrund der extrem angespannten Stellenlage an deutschen Universitäten, an denen nur selten Professuren frei werden und folglich viele Hochqualifizierte um die wenigen Stellen konkurrieren, befinden sich Privatdozent:innen unbegrenzt in Wartestellung (s. z.B. die Ratio von Bewerber:innen und Berufungen, https://www.academics.de/ratgeber/professur-deutschland-ueberblick).
Wissenschaftliche Mitarbeiter:innenstellen sind ihnen nicht nur aufgrund des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes nicht mehr zugänglich. Wenn sie keine Drittmittel, eine befristete Vertretungsprofessur oder eine der rar gesäten akademischen (Ober-)Ratsstellen erhalten, arbeiten sie, bis der Ruf auf eine Professur kommt – sofern er jemals kommt – unentgeltlich. 

Ironisch könnte man auch sagen: in einem akademischen System, das fast nur Befristungen vorsieht, haben PDs eine der wenigen unbefristeten Stellen. 
Nur leider unbezahlt.

Was wir wollen 

Das Netzwerk hat primär zum Ziel, die Sichtbarkeit von PDs zu erhöhen.

Wir wollen außerdem zur besseren Vernetzung innerhalb dieser Statusgruppe beitragen und uns gemeinsam über mögliche Handlungsoptionen austauschen.

Wir laden daher alle Betroffenen, Unterstützer:innen und Interessierte herzlich ein, uns zu kontaktieren!

PDs möchten wir besonders ermutigen, sich uns anzuschließen! Wer Netzwerkmitglied werden möchte, schreibt gern an: [email protected] 

Unsere Forderungen

1. Abschaffung unvergüteten Titellehre!

2. Mehr Transparenz mit Blick auf die Rechte von PDs!

3. Kürzere und transparentere Berufungsverfahren! 

4. Mehr Flexibilität auf dem außeruniversitären Arbeitsmarkt und Anerkennung der vielen Kompetenzen von PDs!

5. Feste und adäquat entlohnte Stellen aus Haushaltsmitteln (W2/W3)* für PDs! 

6. Ausfinanzierung von Universitäten, um PDs dies zu ermöglichen und somit das Wissenschaftssystem zu stärken!


*cf. https://www.wissenschaftsrat.de/download/2025/2639-25 

 

Sprecher:innen

PD Dr. Julia Hauser 

Julia Hauser (*1980) ist Historikerin und beschäftigt sich mit der Verflechtungsgeschichte Europas mit dem Nahen Osten und Indien im 19. und 20. Jahrhundert. Ihre Forschungen wurden u.a. von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Max Weber Stiftung, der Gerda Henkel Stiftung und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Sie wurden bei Brill, Columbia University Press, im Journal of World History und den Beiheften der Historischen Zeitschrift publiziert und führten sie in Bibliotheken und Archive in Europa, den USA, im Libanon und in Indien. Sie hatte von 2014 bis 2021 eine befristete W1-Professur für Globalgeschichte an der Universität Kassel inne. 2022 erhielt sie die Venia legendi für Neuere und Neueste Geschichte.
https://julia-hauser.de

PD Dr. Jennifer S. Henke

Jennifer S. Henke (#FirstGen) ist Anglistin und forscht u.a. im Bereich anglophoner Literatur, Film und den Medical Humanities. Ihre Forschungsprojekte wurden von der Fritz Thyssen Stiftung, der Volkswagen Stiftung und mit Exzellenzgeldern (eigene Stelle, Universität Bremen) gefördert. Publiziert hat sie u.a. mit Palgrave, Oxford und Routledge. Von 2021 bis 2023 hatte sie Vertretungsprofessuren in Freiburg (W3) und Greifswald (W2) inne. 2022 wurde das Habilitationsgesuch an der Exzellenzuniversität Bonn eingereicht, die ihr 2024 die Venia Legendi für Anglophone Literatur- und Kulturwissenschaften verlieh. Seit Wintersemester 2025/26 vertritt sie ihre dritte, befristete Professur an der Leuphana Universität Lüneburg.
https://jennifer-henke.jimdofree.com

Gastbeitrag FAZ, 17.06.2026, zus. mit Astrid Mignon Kirchhof

PD Dr. Ercüment Çelik

Ercüment Çelik ist Soziologe und beschäftigt sich mit neuen Formen der Arbeit und Arbeitskämpfen, der globalen Wissensproduktion und -zirkulation in den Sozialwissenschaften sowie mit öffentlicher Soziologie, Wissenschaftsfreiheit und Antirassismus. Seine Forschung wurde u.a. vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Scientific and Technological Research Council of Türkiye gefördert. Seine Dissertation (Nomos, 2010) erhielt den Young Social Scientist Award der Turkish Social Sciences Association. Als gefährdeter Wissenschaftler wurde ihm 2019 ein Stipendium der Philipp Schwartz-Initiative der Alexander von Humboldt-Stiftung verliehen. Seitdem hat er an der Universität Freiburg dreimal eine Professur für Soziologie und Global Studies vertreten. Ab Oktober 2025 wird er weiter als wissenschaftlicher Koordinator der „De/Coloniality Now“ Collaborative Research Initiative befristet beschäftigt sein.

Interview mit PD Dr. Çelik, SR kultur, 12.03.2026

PD Dr. Astrid Mignon Kirchhof

Astrid Mignon Kirchhof ist Historikerin der zeithistorischen Umweltgeschichte mit sozialgeschichtlicher Perspektive und kulturhistorischen Zugängen. Sie studierte Geschichts- und Kulturwissenschaften sowie Amerikanistik in Berlin und Sydney und
promovierte 2008 zur Geschichte von Frauen im öffentlichen Raum am Beispiel der Berliner Bahnhofsmission. 2024 habilitierte sie sich an der Universität Innsbruck mit der Schrift Vom Wert der Natur. Das Mensch-Natur-Verhältnis im Sozialismus am Beispiel der DDR. Nach
Stationen an der Humboldt-Universität zu Berlin und als Gastprofessorin an der Georgetown University arbeitete sie von 2016 bis 2023 in internationalen Forschungsprojekten u. a. am Deutschen Museum München und am ITAS Karlsruhe. Derzeit ist sie als Gastwissenschaftlerin an Forschungseinrichtungen im In- und Ausland tätig.

Gastbeitrag FAZ, 17.06.2026, zus. mit Jennifer S. Henke

Netzwerkmitglieder

PD Dr. Jörg Sternagel 

Jörg Sternagel (#FirstGen) ist Medienwissenschaftler mit Schwerpunkten auf Medienphilosophie und Digitale Kulturen. Seine Forschung wurde u.a. von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Fritz Thyssen Stiftung und dem Schweizer Nationalfonds gefördert und führten ihn an Universitäten und Bibliotheken sowie Archive in Europa, Israel, den USA und Brasilien. Er hatte von 2018 bis 2020 eine befristete W2-Vertretungsprofessur an der Berliner Technischen Kunsthochschule und 2021 eine befristete W2-Gastprofessur an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg inne. 2019 erhielt er die Venia legendi für Medienwissenschaft.
https://linktr.ee/joergsternagel

PD Dr. Katharina Hoff

Katharina Hoff ist Bioinformatikerin und entwickelt Methoden zur Annotation von Genstrukturen in eukaryotischen Genomen und Metagenomen. Ihre Forschung wurde u.a. von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem (ehemaligen) Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Sie ist unbefristet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Greifswald beschäftigt. 2022 erhielt sie die Venia legendi für das Fach Bioinformatik. 2024 wurde ihre Arbeit mit einem Research Award (Junior Kategorie) durch den Greifswald University Club ausgezeichnet. Zitat: "Ich unterstütze das Netzwerk PDprekär, weil ich die Forderung nach unbezahlter Titellehre durch Universitäten falsch finde."

PD Dr. Friedrich Markewitz

Friedrich Markewitz ist Sprachwissenschaftler und beschäftigt sich u.a. mit der linguistischen Widerstands-, Argumentations-, Ironie und Fachsprachenforschung. Von 2015 bis 2017 hat er auf einem selbst eingeworbenen Stipendium mit einer Arbeit zur historischen Textsortenlinguistik promoviert. 2022 erhielt er die Venia legendi für das Fach Germanistische Sprachwissenschaft. Momentan forscht er zudem zum Kommunikationsverhalten Martin Heideggers. Er ist befristet als wissenschaftlicher Projektmitarbeiter an der Universität Paderborn beschäftigt.

PD Dr. Anya Heise-von der Lippe

Anya Heise-von der Lippe forscht und lehrt im Bereich der anglophonen Literatur und Kultur und interessiert sich dabei vor allem für Grenzen und Ausgrenzungen des Humanen (zum Beispiel im Kontext von Klimawandel, Postapokalypsen und Digitalkulturen). Ihre Forschung im Bereich Posthuman Gothic / Monster ist international anerkannt und publiziert. Nach einigen Jahren als Medienredakteurin in einem Berliner Verlag hat sie 2019 in Tübingen ihr Promotionsprojekt abgeschlossen und sich 2023 an der Uni Potsdam habilitiert. Im Sommersemester 2024 hat sie die Professur für britische Literatur an der TU Dortmund vertreten. Ihre derzeitige Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Tübingen ist nach WissZeitVG befristet. 

PD Dr. Nadine Böhm-Schnitker

Nadine Böhm-Schnitker ist Anglistin und forscht zu britischer Literatur und Kultur, zum Beispiel im Feld der Environmental Humanities. Ihre Forschung wurde unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Fritz-Thyssen-Stiftung gefördert. Ihre Dissertation, Sakrales Sehen (transcript, 2009) erhielt den Staedtler-Preis, ihr zweites Buch, Towards an Aisthetics of the Victorian Novel: Senses and Sensations (Routledge, 2023 [2018]), den Habilitationspreis des Deutschen Anglistikverbandes. Sie bringt über 20 Jahre Erfahrung in der Hochschullehre, Forschung und Verwaltung mit, und hat von 2021 bis 2025 verschiedene Professuren und Lehrstühle vertreten. Sie ist momentan auf der Suche nach einer unbefristeten Stelle.

PD Dr. Kristin Eichhorn

Kristin Eichhorn ist Literaturwissenschaftlerin und Expertin für die Literatur des 18. Jahrhunderts sowie der literarischen Moderne. Sie hat 2013 zur aufklärerischen Fabeldichtung promoviert und ist seit 2015 Herausgeberin der Zeitschrift "Expressionismus". Ihre Habilitation erfolgte 2020 in Paderborn mit einer Arbeit zu Johannes R. Becher. Aus diesem Buch ist ein Wissenschaftspodcast hervorgegangen, den sie mit Toni Bernhart betreibt ("Wiederanders. Der Johannes-R.-Becher-Podcast"). Aktuell vertritt sie eine Professur für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Stuttgart. Zusammen mit Amrei Bahr und Sebastian Kubon hat sie 2021 die Initiative #IchBinHanna ins Leben gerufen.

PD Dr. Gül Şen

Gül Şen ist Historikerin mit Schwerpunkt auf die frühneuzeitliche Geschichte des Osmanischen Reiches sowie maritime Geschichte und unfreie Arbeit am Mittelmeerraum. Ihre Forschung wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Fritz Thyssen Stiftung gefördert. Sie ist Vorstandsmitglied der International Association for Ottoman Social and Economic History und Gesellschaft für Turkologie, Osmanistik und Türkeiforschung e.V. 2021 erhielt Gül Sen die Venia Legendi für das Fach Islamwissenschaft und Nahostsprachen an der Universität Bonn und hatte 2022 die Vertretungsprofessur (W3) an der Universität Heidelberg inne. Seit 2010 bzw. 2020 ist sie als Dozentin an den Universitäten Bonn und Heidelberg tätig.


PD Dr. Yves Jeanrenaud

Forscht unter anderem zu Geschlecht und MINT, Arbeitsmarkt- und Familiensoziologie, Studienwahl, -orientierung und -motivation, Biographieforschung mit dem Schwerpunkt Bildungssoziologie sowie Künstliche Intelligenz (KI) und qualitative Methoden. Yves Jeanrenaud hat Soziologie, Medienwissenschaften und Genderstudies in Basel und Tübingen studiert. Von 2008 bis 2019 als WM/Post-Doc an der Professur Gender Studies in Ingenieurwissenschaften an der Technischen Universität München. Promotion ebendort 2014. Vertretungsprofessur Allgemeine Soziologie an der Uni Vechta 2018-2019. 2019 bis 2025 am Institut für Soziologie, Lehrstuhl für Soziologie und Gender Studies der LMU München. Habilitation 2021 an der TU München. 2020-2021 Gastprofessur für Geschlechterforschung in MINT und med. an der Universität Ulm. 2024 bis 2027 Vertretungsprofessur Soziologische Grundlagen der Sozialen Arbeit an der Hochschule Darmstadt neben einem selbsteingeworbenen BMFTR-Projekt an der LMU München.

PD Dr. Heiner Stahl

Heiner Stahl ist Historiker und beschäftigt sich mit der Medien- und Kulturgeschichte Europas im 19. und 20. Jahrhundert. Seine Forschungen wurden u.a. von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Gerda Henkel Stiftung und der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien gefördert. Sie wurden bei BöhlauBrill, DeGruyter und Wallstein veröffentlicht. Seit 2019 führt er die Venia legendi für Neuere und Neueste Geschichte. Er war am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, an den Universitäten in Erfurt und Siegen beschäftigt. Eine DFG-Sachmittelbeihilfe erlaubte es ihm, wieder nach Erfurt zu wechseln. Nun endete das lange Pendeln zur Arbeitsstätte und die Wege sind viel kürzer. Dort ist er nun in den Lehr- und Forschungsbereich Geschichte und Kulturen der Räumen in der Neuzeit sowie den Erfurter RaumZeit-Forschung eingebunden.

PD Dr. Hannes Kuch

Hannes Kuch ist Privatdozent am Institut für Philosophie der Goethe-Universität Frankfurt. Er forscht im Spannungsfeld von kritischer Sozialphilosophie, normativer Gerechtigkeitstheorie und politischer Ökonomie mit einem Fokus auf transformative Wirtschaftsgestaltung. Weitere Schwerpunkte liegen auf den Themen Anerkennung, symbolische Macht und sprachliche Gewalt. Er wurde an der Freien Universität Berlin promoviert und erhielt die Venia legendi für Philosophie von der GU Frankfurt. Seine Habilitationsschrift, die im Rahmen eines DFG-Forschungsprojekts entstand, erschien 2023 unter dem Titel Wirtschaft, Demokratie und liberaler Sozialismus und wurde mit dem Frankfurter Habilitationspreis für Philosophie ausgezeichnet. Er vertrat Professuren an der GU Frankfurt und der Hochschule für Politik an der TU München. Aktuell ist er am Aufbau des Instituts für Unternehmensdemokratie beteiligt, ein Thinktank an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.

PD Dr. Sulgi Lie

Sulgi Lie ist Filmwissenschaftler mit Forschungsschwerpunkten in der Kritischen Theorie, der politischen Ästhetik und der Psychoanalyse.

Seit 2016 war er mit befristeten Fellowships, Gast- und Vertretungsprofessuren in Los Angeles, Basel, Bonn, Tyumen, Wien und Berlin tätig. 

2020 erhielt er die „venia legendi“ in Filmwissenschaft an der FU Berlin mit einer Arbeit über Adornos Slapstick und vertritt seit 2023 die Dozentur für Film- und Medienwissenschaft an der Bauhaus-Universität Weimar.

Prof. Dr. Alexander Gallas

Alexander Gallas ist Professor für ‚Organisation und Transformation wohlfahrtsstaatlicher Sicherungssysteme‘ am Fachbereich Gesundheit & soziale Arbeit der Frankfurt University of Applied Sciences und Privatdozent am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel. Aus seiner Habilitationsschrift ist das zweibändige Buch Exiting the Factory: Strikes and Class Formation beyond the Industrial Sector hervorgegangen, das 2024 von Bristol University Press veröffentlicht wurde. Er setzt sich für gute Arbeitsbedingungen an den Hochschulen ein und ist ein aktives Mitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Eins seiner Anliegen ist die vollständige Gleichstellung von Lehrstuhlinhaber:innen und Privatdozent:innen in der Promotionsbetreuung.

PD Dr. Nils Zurawski

Nils Zurawski (*1968) ist Soziologe, Ethnologe, Kriminologe (Dr. 1999, Habil 2013) und beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit Überwachung in allen Formen, zuletzt vor allem mit Polizei. Darüberhinaus arbeitet er zu Konsum, Identität, Medien, Technologie und ist engagiert in der Friedensbildung sowie der Kriminologie an der Uni Hamburg, wo er seit 2020 als PD verortet ist. Er arbeitete in eigenen Forschungsprojekten, als Vertretungs-/Gastprofessor in Darmstadt, Hamburg, Graz, leitete eine Forschungsstelle bei der Polizei Hamburg, war mal Onlineredakteur beim NDR, seit 10 Jahren als freier Mediator tätig und ist jetzt (seit April 2025) an der Uni Mainz (DFG, 3 Jahre).

https://www.surveillance-studies.org/zurawski/

PD Dr. Martin Holtz

Martin Holtz ist Literatur- und Kulturwissenschaftler im Bereich Amerikanstik und beschäftigt sich in seiner Forschung hauptsächlich mit Film. Er hat in Greifswald studiert, promovierte dort 2009 mit einer Arbeit zum Western und habilitierte sich 2017 mit einer Arbeit zur literarischen Darstellung des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Im Rahmen einer Mitarbeiterstelle an der Uni Graz erfolgte die Umhabilitation 2022. Seitdem ist er als Privatdozent ohne Lehrverpflichtung mit der Uni Graz assoziiert und seit 2024 auf Arbeitssuche. Er lebt in Greifswald. 

PD Dr. Maike M. Domsel

Maike M. Domsel ist Religionspädagogin und Theologin. Ihre Forschung verbindet systematisch-theologische Reflexion mit bildungspraktischer Relevanz, insbesondere im Bereich krisensensibler Bildungsprozesse, Compassion Learning und interreligiöser Lernräume. Sie war Vertretungsprofessorin für Religionspädagogik an der Universität Duisburg-Essen und ist im Schuldienst sowie in der Lehrer:innenbildung tätig. Unterstützt wurden ihre Projekte u. a. von der GINGKO Foundation und dem STEP-Programm zur Förderung von Wissenschaftlerinnen. Sie ist außerdem religionspädagogische Beraterin am International Center for Comparative Theology and Social Issues (Universität Bonn). Ihre Arbeiten erscheinen in Fachverlagen wie Herder und Kohlhammer sowie in Zeitschriften wie Theo-Web und OERF.

Dr. Ayşe Güngör

Dr. Ayşe Güngör ist Kunsthistorikerin und Kuratorin. Sie promovierte an der TU Berlin und arbeitete als Postdoktorandin in München und Berlin. Wie viele in den Geisteswissenschaften befindet sie sich in einer strukturell verfestigten Postdoc-Schleife, ohne reale Zukunftsperspektive.
Sie unterstützt PDprekär, weil das Netzwerk aufzeigt, wie ein System, dem viele über Jahre mit Forschung, Lehre und institutioneller Loyalität dienen, diese Menschen am Ende aus seinen Strukturen ausschließt. Befristung, unbezahlte Lehre und Unsichtbarkeit sind keine Ausnahmen, sondern durch das WissZeitVG legitimierte Normalität. Es handelt sich um einen strukturellen und politischen Systemfehler und erfordert grundlegende Reformen sowie die Solidarität derjenigen, die (noch) in sicheren Positionen arbeiten.

Dr. Véronique Sina

Dr. Véronique Sina ist Film- und Medienwissenschaftlerin mit einem besonderen Schwerpunkt in Gender Media Studies, Jewish Visual Studies, Intersektionalitäts- und Comicforschung. Seit Oktober 2022 führt sie am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt auf einer befristeten Postdoc-Stelle das DFG geförderte Forschungsprojekt „Queering Jewishness - Jewish Queerness. Diskursive Inszenierung von Geschlecht und 'jüdischer Differenz' in (audio-)visuellen Medien“ durch. Während ihrer Postdoc-Zeit hatte sie bereits befristete Stellen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Universität zu Köln, der Eberhard Karls Universität Tübingen und der Ruhr-Universität Bochum inne. Zudem war sie Vertretungsprofessorin für Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin und der Goethe-Universität Frankfurt sowie Vertretungsprofessorin für Medienwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Sie unterstützt PDprekär, weil das Netzwerk Sichtbarkeit für die im Wissenschaftssystem und öffentlichen Diskurs unterrepräsentierte Gruppe der Habilitierten und Senior Postdoc Researcher schafft.

PD Dr. Nicola Mößner

Nicola Mößner (#FirstGen) ist Philosophin. Sie forscht an der Schnittstelle von sozialer Erkenntnistheorie und Wissenschaftstheorie u.a. zur epistemischen Rolle von Visualisierungen und sozialen Prozessen in den Wissenschaften sowie zu Herausforderungen und Problemen der Digitalisierung (z.B. zu Open Science sowie dem Problem des Science Trackings). 2017 erhielt sie die Venia legendi für Philosophie an der Philosophischen Fakultät der RWTH Aachen. Publiziert hat sie u.a. mit Routledge, Brill, Transcript. Sie hatte verschiedene Vertretungsprofessuren inne, u.a. an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, an der Universität Stuttgart und seit 2022 am Philosophischen Institut der Leibniz Universität Hannover. Von 2022 bis 2025 war sie Mitglied des erweiterten Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Philosophie e.V. (DGPhil) und war dort als Vertreterin der PrivatdozentInnen und außerplanmäßigen ProfessorInnen tätig. http://moessner.stellarcom.org/

PD Dr. Leif Johannsen

Leif startete seine Karriere als Psychologe (Universität Potsdam, 1999), promovierte in Neuroverhaltenswissenschaften (Universität Tübingen, 2005) und habilitierte in der Sportwissenschaft (PD habil., Schwerpunkt Bewegungswissenschaft; Technische Universität München, 2021). Leif besitzt zusätzlich einen Abschluss in Wissenschaftsmanagement (MSc,
Technische Universität Berlin, 2022). Als „Brückenwissenschaftler“ untersucht er unter anderem die Überlappung von Kognition und Bewegungskontrolle. Als Wissenschaftsmanager
interessiert er sich für die Translation von Erkenntnissen der Grundlagenforschung in die
Anwendung. Als Wissenschaftler war er auch an der University of Birmingham, der University of
East Anglia, und der Durham University tätig. Zurzeit ist Leif als befristeter Post-Doc (DFG Eigene Stelle, 3 Jahre) wieder an der RWTH Aachen Universität. Er ist Mitglied der GEW und unterstützt das PDprekär Netzwerk, weil er der Meinung ist, dass ein offeneres, flexibleres, und
gerechteres Wissenschaftssystem eine zentrale Grundlage für die gesellschaftliche und auch wirtschaftliche Zukunft ist.

apl. Prof. Dr. Günther Oestmann

Günther Oestmann (*1959) studierte nach der Ausbildung zum Uhrmacher Kunstgeschichte, Neuere Geschichte und Geschichte der Naturwissenschaften in Tübingen und Hamburg. 1992 Promotion mit einer Arbeit über die astronomische Uhr des Straßburger Münsters (ausgezeichnet mit dem Philipp-Matthäus-Hahn-Preis). Nach der Habilitation betr. das Verhältnis Heinrich Rantzaus zur Astrologie (2001) legte er folgenden Jahr die Meisterprüfung an der Bundesfachschule für Uhrmacher in Karlstein/Österreich ab. 2013 wurde ihm der „Prix Gaïa“ des Musée international d’horlogerie (La Chaux-de-Fonds) zuerkannt. 2014 erfolgte die Wahl als korrespd. Mitglied in die Académie Internationale d'Histoire des Sciences (Paris) und 2017 die Ernennung zum apl. Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Technischen Universität Berlin.
 Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte der wissenschaftlichen Instrumente und Uhren, Astronomie/Astrologie und mathematischen Geographie, sowie die Maritime Geschichte.
 http://www.guenther-oestmann.de/

apl. Prof. Dr. Maren  Butte

Maren Butte ist Theater- und Medienkulturwissenschaftlerin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf Medien- und Wissenskulturen des Performativen, Medienästhetik, Affekttheorien, Körpergedächtnis, Tanz und Archiv. 

Sie promovierte 2011 an der Freien Universität Berlin und arbeitete anschließend als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Schweizerischen NFS eikones – Bildkritik (Universität Basel), im SFB 626 Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste (FU Berlin) sowie am Forschungsinstitut für Musiktheater der Universität Bayreuth. Von 2016 bis 2024 war sie Juniorprofessorin für Theaterwissenschaft/ Performance Studies an der HHU Düsseldorf. Nach einer W3-Vertretungsprofessur an der FU Berlin und Lehraufträgen in Berlin, Basel und Freiburg habilitierte sie sich 2024 an der Philosophischen Fakultät der HHU Düsseldorf. 

PD Dr. Ayman Atat


Ayman Atat habilitierte sich mit Venia Legendi für Pharmaziegeschichte an der TU Braunschweig (2024) und promovierte in Medizingeschichte an der Universität Aleppo (2014). Er war TÜBİTAK-Postdoktorand an der Universität Istanbul (2014–2016), Alexander-von-Humboldt-Stipendiat an der TU Braunschweig (2017–2020) sowie Einstein Research Fellow an der Freie Universität Berlin (2020–2022). Anschließend arbeitete er als Principal Investigator an der TU Braunschweig in einem von der Fritz-Thyssen-Stiftung geförderten Projekt. Seit Oktober 2024 ist er Privatdozent für Pharmaziegeschichte an der TU Braunschweig.

PD Dr. Michael Fischer

Michael Fischer hat Mineralogie studiert und in anorganischer Chemie promoviert. Bereits seit seiner Promotionszeit beschäftigt er sich mit
der Anwendung von atomistischen Simulationsmethoden auf
materialwissenschaftliche Fragestellungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf der Untersuchung von porösen Materialien wie Zeolithen. Er ist seit 2014 am Fachbereich Geowissenschaften der
Universität Bremen beschäftigt, wo er sich im Jahr 2023 habilitiert hat.
Nach zwei vorherigen, selbst eingeworbenen Drittmittelprojekten wird er seit 2021 durch das Heisenberg-Programm der Deutschen
Forschungsgemeinschaft gefördert.

Dr. habil. Mareike Gebhardt

Dr. habil. Mareike Gebhardt

Mareike Gebhardt (#FirstGen) ist Politikwissenschaftlerin mit Schwerpunkten in der Politischen Theorie. Aus einer feministisch-postkolonialen Perspektive arbeitet sie zur Produktion von Alterität, insbesondere mit Blick auf das europäische Grenzregime. Ihre Forschung wurde u.a. von der DFG und der Gerda Henkel Stiftung gefördert und bei Brill, Cambridge UP und Sage publiziert. Seit ihrer Promotion 2014 hatte sie sechs Arbeitsverträge an drei Universitäten in Deutschland und Österreich und bezog zwei selbsteingeworbene Forschungsstipendien. 2023 wurde sie an der Universität Marburg habilitiert und erhielt die Venia Legendi in Politikwissenschaft. Im Moment vertritt sie eine Universitätsassistenz am Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck.

PD Dr. Daniel Hensel

Daniel Hensel studierte Komposition in Frankfurt, Würzburg, Düsseldorf und Weimar. 2007 war er offizieller deutscher musikalischer Beitrag zur Übergabe der EU- Ratspräsidentschaft von Deutschland an Portugal; seine Werke wurden international aufgeführt. 2011 promovierte er in Historischer Musikwissenschaft an der HfMDK Frankfurt über das Werk seines ersten Kompositionslehrers. 2016 habilitierte er sich an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit einer Arbeit zu Palestrina und Lassus in systematischer Musikwissenschaft, entwickelte dafür die Analysesoftware PALESTRiNIZER (mit Ingo Jache) und wurde PD. Von 2011 bis 2025 lehrte er als Lehrbeauftragter an der HfMDK Frankfurt. 2018 folgte eine erste befristete Anstellung, 2020 eine Teilzeitprofessur an der MUK Wien. Seit 2021 ist er wieder Privatdozent und unterrichtet Musikinformatik, Klangsynthese und Akustik. 2024 trat er eine Teilzeitstelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Orgelkunst – Kreativitätskonzepte – KI an der HfM Würzburg an und lehrt dort Musikinformatik. Im selben Jahr wurde sein im Rahmen von NEUSTART KULTUR gefördertes Werk „Energien“ im Arnold Schönberg Center Wien zum 150. Geburtstag Arnold Schönbergs uraufgeführt. Im WS 25/26 lehrt er Musikgeschichte im Lehrauftrag an der  HfM „Franz Liszt“ Weimar. Daniel Hensel ist Vater von fünf Kindern.

https://www.danielhensel.de 

Prof. (em) Dr. Heidrun Friese

Heidrun Friese ist emeritierte Professorin für Interkulturelle Kommunikation. Als Privatdozentin war sie jahrelang national und international unterwegs. Sie hatte Gastdozenturen /fellowships u.a. in UC Berkeley, am Maison des Sciences de l’Homme, an der EHESS (beides Paris), an der Hebrew University Jerusalem, Fellow an Uni Warwick/UK, Research Associate, European University Institute Florenz, Dozentin Scuola Universitaria Superiore Sant'Anna Pisa, Kunsthochschule Basel, Fellow am KWI Essen, Studiengruppe ZIF Bielefeld, Graduiertenkolleg Uni Freiburg; Professurvertretungen an der RUB Bielefeld, der Viadrina Frankfurt/O und TU-Chemnitz. Ihre Forschungsgebiete umfassen: Sozial-und Kulturtheorie, digitale Praktiken, postkoloniale Perspektiven, Mobilität/Migration, Gastfreundschaft und Menschenrechte.

Kurzbiografie (Film) 

PD Dr. Susanne Schnitzer

Susanne Schnitzer ist Sozialwissenschaftlerin und forscht zu sozialen Determinanten der Gesundheit und Gesundheitsversorgung. Sie hat zahlreiche Aufsätze und Buchbeiträge in national und international renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht und war in verschiedenen Drittmittel- und Verbundprojekten leitend tätig. Ihre (überwiegend) empirisch-quantitativen Forschungsarbeiten wurden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) sowie von verschiedenen Krankenkassen und Stiftungen gefördert. Susanne Schnitzer war siebzehn Jahre am Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité – Universitätsmedizin Berlin befristet beschäftigt. Im Jahr 2020 wurde sie an der Charité habilitiert und erhielt die Venia Legendi für Medizinische Soziologie. Aufgrund des „Kettenbefristungsgesetzes“ hat sie nach Beendigung ihres letzten Arbeitsvertrags im Herbst 2025 keinen Anschlussvertrag mehr erhalten. 

PD Dr. Christopher Kopper

PD Dr. Christopher Kopper ist Historiker mit einem Schwerpunkt in der Geschichte des 20. Jahrhunderts und in der Wirtschaftsgeschichte. Er promovierte an der Ruhr-Universität Bochum über Banken in der Zeit des Nationalsozialismus und habilitierte über die Geschichte der Bundesbahn. Er vertrat Professuren in Münster, Paderborn, Siegen und Bielefeld und ist dort außerplanmäßiger Professor. Er verdient seinen Lebensunterhalt mit wissenschaftlichen Studien über Unternehmen und öffentliche Institutionen wie beispielsweise die Bundesbank.

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Karikatur, Fliegende Blätter 7/1848, S. 167. Überschrift: „Ein deutscher Privatdozent, welcher eingehüllt in seine Hoffnungen zur Mumie wird.“ Auf der Mumie ist zu lesen: „Ernennung zum Hofrat; Berufung nach Berlin; Gehaltserhöhung; Ernennung zum ordentlichen Professor; Ernennung zum außerordentlichen Professor“. 
(Quelle: wiki commons)